Leistungen der Forstwirtschaft

Einkommen, Arbeitsplatz, Wertschöpfung und Wirtschaft

arbeitsplatz-wald1,3 Millionen Beschäftigte arbeiten im Cluster Forst und Holz.
Der Gesamtumsatz lag im Jahr 2006 bei rund 168 Mrd. Euro im Cluster Forst und Holz .
Die Beschäftigung und Wertschöpfung erfolgt überwiegend im ländlichen Raum. Der Wald und die von seiner Nutzung abhängigen Wirtschaftsbereiche haben daher eine große Bedeutung für die Entwicklung der ländlichen Räume.

Wussten Sie schon …
100 m³ Holz sichern einen Arbeitsplatz.
Die Stilllegung von 10 ha Wald bedeuten den Verlust von einem Arbeitsplatz

Schutzfunktion und aktiver Klimaschutz

schutzwaldIn einem dicht besiedelten und hoch industrialisierten Land kommt dem Wald eine vorrangige Bedeutung als Schutzfaktor zu (Wasser, Boden, Immission).
Nachhaltige Holznutzung bremst zusätzlich den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre und damit den Treibhauseffekt: Bäume binden CO2 und speichern es im Holz über einen langen Zeitraum als biogenen Kohlenstoff. Jeder genutzte Stamm schafft Platz für neue Bäume und vermehrt den Kohlenstoffspeicher im Holz.

Wussten Sie schon …
Jede Sekunde wächst in Bayern 1 m³ Holz zu.
1 m³ Holz bindet rund1 Tonne CO2 als Kohlenstoff.

Gesundheit und Erholung

erholung-im-waldDer Wald trägt in ganz besonderer Weise zur Erholung und damit zur Gesundheit des Menschen bei. Der Wald wird besonders geschätzt wegen seines ausgeglichenen Klimas, seiner gesunden Luft, seiner Ruhe und seiner Möglichkeit der Begegnung mit der Natur.
Für die Gestaltung und Ausstattung dieser Wälder mit Erholungseinrichtungen (Wander-, Rad- und Reitwege, Parkplätze, Spielplätze, Lehr- und Sportpfade, Wildgehege, etc.) wenden die Waldbesitzer jährlich erhebliche finanzielle Mittel auf.

Wussten Sie schon …
Etwa 2/3 der Bevölkerung Deutschlands besuchen mindestens einmal pro Jahr den Wald.
Der monetäre Nutzen der Erholungsleistung des Waldes beträgt jährlich 50 € / Besucher. Für die wohnortnahe Walderholung ergibt dies 2,5 Mrd. €. Der Wert der Ferienerholung wird zusätzlich auf 500 Mill. € / Jahr geschätzt.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung - garantiert zertifiziert

Förster berät WaldbesitzerAuf 75 % der Waldfläche haben sich die Waldbesitzer freiwillig verpflichtet, ihre Waldfläche nachhaltig im Sinne des Rio-Prozesses sowie der Kriterien der Nachfolgekonferenzen zu bewirtschaften (Zertifizierung). Im Rahmen der Zertifizierung wird dies durch unabhängige Instanzen überprüft.

Der Wald nimmt stetig zu

Starke Buchen in Buchen-AltbestandDie Waldfläche nimmt seit 30 Jahren zu und stieg bis heute um insgesamt 14.000 ha, die natürlichen Sukzessionsflächen sind hierbei nicht berücksichtigt. Die Fläche der Altbestände (über 120 Jahre) hat sich seit 1971 fast verdoppelt. Der Vorrat an Starkholz allein bei der Buche beträgt 33 Mio. Festmeter, dies entspricht 27 % ihres Gesamtvorrates.

Baumartenvielfalt von Aspe bis Zirbe

Seltene Baumart: Die ElsbeereIn den bayerischen Wäldern sind mindestens 62 verschiedene Baumarten zu finden, darunter 18 seltene Arten wie Elsbeere, Eibe und Moorbirke. Auf 85 % der Waldfläche sind mindestens zwei verschiedene Baumarten zu finden. Der Anteil der Laub- und Mischwälder ist in den letzten 30 Jahren auf 32 % gestiegen. Jeder zweite Baum unter 20 Jahren ist inzwischen ein Laubbaum.

Zur Versorgung mit Saat- und Pflanzmaterial sind rund 75.000 ha Saatguterntebestände zugelassen, zusätzlich dienen 60 bayerische Samenplantagen der Erzeugung von Saatgut und dem Erhalt der genetischen Vielfalt. In den staatlichen forstlichen Pflanzgärten wurden von 1995 bis 2000 ca. 700.000 seltene Baume und Sträucher.

Naturnah in die nächste Wald-Generation

Naturverjüngung - Die nächste WaldgenerationDas Konzept der naturnahen Bewirtschaftung der gesamten Waldflächen im Gegensatz zum Segregationsmodell hat dazu geführt, dass bereits jetzt der Anteil der Naturverjüngung gegenüber Saat und Pflanzung mehr als 50 % umfasst. Durch diese Naturverjüngung kann die gesamte genetische Vielfalt der alten Bäume an die nächste Generation weitergegeben werden. Die Waldverjüngung unter Altholzschirm ist inzwischen zu 86 % sehr naturnah, naturnah oder bedingt naturnah.

Die Vielfalt der Waldgesellschaften und Waldformen

Moos - Schichten des WaldesDie Wälder enthalten auf 73 % der Fläche zwei und mehr Baumarten und durchschnittlich 9 morphologische Schichten aus Moosen, Flechten, Farnen, Gräsern und Sträuchern. Je nach Waldgesellschaft sind geschätzt 7.000 bis 14.000 Tier- und 4.000 bis 6.000 Pflanzenarten einschließlich Moose, Farne und Pilze vorhanden.

Der Freistaat Bayern, die Kommunen und Körperschaften bewirtschaften auf rund 5.000 ha Nieder- und Mittelwald. Ca. 13.500 ha Moorwälder werden allein im Staatswald erhalten.

Natur- und Artenschutz in der naturnahen Waldbewirtschaftung

Totholz mit Baumpilzen156 ausgewiesene Naturwaldreservate unterliegen der natürlichen Entwicklung. Es findet in ihnen keine Nutzung mehr statt, so dass sie im Besonderen dem Erhalt der an Totholz gebundenen Arten dienen. Durchschnittlich befinden sich 13 Festmeter Totholz pro Hektar in den Wäldern Bayerns.

Ein Großteil der Waldfläche unterliegt einem Schutzstatus: Rund 945.000 ha Wald sind in Naturparken geschützt, 82.000 ha in Naturschutzgebieten, 487.000 ha in Landschaftsschutzgebieten, 6.800 ha in Naturwaldreservaten, 449.000 ha in Natura 2000-Gebieten, 31.000 ha in Nationalparken. 150.000 ha sind gesetzlich besonders geschützte ökologisch wertvolle Biotope wie Moor-, Bruch-, Sumpf- und Auwälder oder Schluchtwälder, Block- und Hangschuttwälder. Außerdem gibt es weitere Flächen, die aufgrund ihrer Lage in Kamm- und Steillagen nicht genutzt werden.

Durch seine räumliche Verteilung erfüllt der Wald bereits heute Brücken- und Verbindungsfunktion für Pflanzen und Tiere. Artenschutzmaßnahmen im Wald, insbesondere im Hinblick auf Vogelarten sind sehr erfolgreich. Im Rahmen bestehender forstlicher Programme kann bei der Waldrandgestaltung zusätzlich Lebensraum für Arten geschaffen werden.


Forstcast - Waldradio

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