Zeno Kern - Mit Experimentierfreude im Wald
Die Stürme der 90er Jahre haben den Wald von Zeno Kern in Isen in einem katastrophalen Zustand hinterlassen. 10 Jahre waren die Kerns damit beschäftigt, die Kahlflächen wieder aufzuforsten. Heute wächst dort ein junger Mischwald heran, einzigartig in der Region.- Betrieb: 20 Hektar
- Baumarten: Vor 20 Jahren: fast 100% Fichte; Heute: 83% Fichte, 14% Esche, 3% Eichen, Rotbuchen und Tannen
- Jungwuchs: 16% Fichte, 11% Tanne, 2% Douglasie, 2% Eiche, 30% Buche, 19% Edellaubholz, 21% sonstige Laubhölzer
- Amtsbereich: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding
- Landkreis: Erding
- Naturraum: Isener Altmoränenlandschaft
Gründe für die Auszeichnung
Zeno Kern hat seine Waldflächen nach massiven Sturmschäden vorbildlich wiederaufgeforstet. Er setzt sich mit einem ausgeprägten Gemeinsinn entschieden für den Umbau von reinen Fichtenbeständen in standortgerechten Mischwald ein und pflegt seinen Wald in vorbildlicher Weise.
Harte Fakten und ehrgeizige Ziele
An der Landstraße von Isen nach Markt Schwaben liegt inmitten seiner Felder Zeno Kerns Hof, ein stattlicher landwirtschaftlicher Großbetrieb.
1980 übernahm Zeno Kern im Alter von gerade einmal 19 Jahren den Hof von seinem Vater. Mit anfangs drei Zuchtschweinen wagte er damals einen Neuanfang. Heute hat er in seinem Zucht- und Mastbetrieb im Schnitt 2 500 Tiere. Vor allem seine Frau Johanna, aber auch die drei Töchter stehen Zeno Kern tatkräftig zur Seite.
Der Wald der Kerns, mit 20 Hektar rund ein Drittel der gesamten Wirtschaftsfläche, trägt zu 15 Prozent zum Gesamteinkommen des Betriebs bei. Außerdem werden mit dem Holz aus dem eigenen Wald die Ställe für die Schweinezucht geheizt, rund um die Uhr.
Die Stürme in den 90er Jahren waren fatal. An sich wächst die Fichte in der Region gut, doch findet sie in den speziellen Lehmböden der Kern’schen Wälder wenig Halt. Andere Baumarten wie Tanne, Erle, Esche, Linde oder Eiche können mit ihren Wurzeln in der festen Lehmschicht besser wurzeln. Sie sind so wetterfester im Boden verankert als die flachwurzelnde Fichte. Grund genug, entschied Zeno Kern, um für die Zukunft auf einen standortgerechten Mischwald zu setzen.
Entschiedener Neuanfang
Nachdem die letzten Sturmschäden beseitigt waren, begann er mit dem Waldumbau. Zu Anfang pflanzte er mehrjährige ‚Heisterbäume‘, die sich aber nicht immer zu seiner Zufriedenheit entwickelten. Der unterschiedlich gute Wuchs zeigt, dass sich nicht alle Pflanzen, die ihm verkauft wurden, mit den regionalen Bedingungen vertrugen. Intensiv berät er sich seither mit den Fachleuten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding sowie mit der örtlichen Waldbesitzervereinigung (WBV). Seinem jungen Wald sieht man an, welche Schlüsse er aus den Expertengesprächen zu ziehen versteht. „So gut, wie die jungen Eschen hier wachsen und gepflegt werden“, erklärt Forstmann Ralph Kreitz, „können sie schon im Alter von 65 Jahren ausgezeichnet als Stammholz verwertet werden.“
Nach den ersten 10 Jahren Aufbauarbeit im Katastrophengebiet hatte Zeno Kern wieder mehr Zeit, sich um seinen übrigen Wald zu kümmern. Er begann, ihn systematisch aufzulichten, um den Wertzuwachs einzelner Bäume zu fördern, stellte Samenbäume frei und freut sich heute über die üppige Naturverjüngung. Manchmal sammelt er Bucheckern und sät sie unter den alten Fichten wieder aus. Die einjährigen Pflanzen kennzeichnet er gern mit bunten Stecken, um zu verfolgen, wie sie sich entwickeln. Gutes Waldwachstum ist für ihn ein Spiel mit dem Licht. „Man muss einfach ein Gefühl dafür haben, welcher Baum wann wie viel Licht braucht“, sagt Zeno Kern. Seine Experimente über die letzten 20 Jahre haben bewiesen, dass auf den Böden der Region wertvolle Hölzer bestens gedeihen.
Besuch aus China
Zeno Kerns Engagement endet nicht an seiner eigenen Grundstücksgrenze. Seit kurzem ist er als Waldobmann der örtlichen WBV aktiv. Besonders die Probleme mit dem Verbiss der jungen Bäume durch das Rehwild lassen ihm keine Ruhe. In dieser waldarmen Region Bayerns muss um eine tragfähige Lösung für Wald und Wild noch gerungen werden. Zug um Zug versucht er, in der Jagdgenossenschaft Mitstreiter für die Bedürfnisse des Waldes zu gewinnen.
Zeno Kern hat viel Vorarbeit geleistet, von der auch andere profitieren. Sogar aus China waren schon Forstleute da, um sich zu informieren, wie ein Wald in vorbildlicher Weise umgebaut, gepflegt und für den Klimawandel gerüstet werden kann. Das war für den Waldbauern eine schöne Anerkennung seines doch auch manchmal mühsamen Einsatzes.
Links:
Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2009
Mehr Informationen und Inhalte auf der Seite der bayerischen Forstverwaltung.

