Gräflich von der Mühle - Eckart’sche Forstverwaltung für den Wald von Morgen

Katharina Gräfin von der Mühle-Eckart und ihr Mann, Maximilian Freiherr von Wiedersperg, fühlen sich in der Verantwortung, ihren Besitz künftig einmal in bestmöglichem Zustand an die nächste Generation zu übergeben. In diesem Sinne bewirtschaften sie auch ihre Wälder.
  • Betrieb: 1 000 Hektar
  • Baumarten:
    Altbestände: 70% Kiefer, 20% Fichte, 5% Buche, 5% Eiche, Lärche, Erle, Birke
    Jungbestände: 30% Buche, 25% Fichte, 10% Kiefer, 10% Lärche, 10% Douglasie, 10% Eiche, 5% sonstiges Laubholz
  • Amtsbereich: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schwandorf
  • Landkreis: Schwandorf
  • Naturraum: Oberpfälzer Becken- und Hügelland (Bodenwöhrer Senke) und westlicher Vorderer Bayerischer Wald (Vorwaldrand)

Gründe für die Auszeichnung

Die Gräflich von der Mühle-Ec kart‘sche Forstverwaltung hat ihren Betrieb bereits frühzeitig auf eine naturnahe Forstwirtschaft mit systematischer Pflege der Mischbestände und planmässigen und differenzierten Eingriffen zugunsten des Laubholzanteils umgestellt. Ausserdem setzen sie konsequent ein verantwortungsvolles Jagdkonzept für einen natürlichen Ausgleich von Wald und Wild um.

Der Familie verpflichtet

Wald spielte schon immer eine zentrale Rolle im familiären Wirtschaftsplan. Graf Gustav von Eckart, Hoffaktor der Wittelsbacher, hatte in den Jahren 1750 bis 1800 Ländereien von ursprünglich rund 6 500 Hektar Land mit 8 Schlössern erworben. Zwischenzeitlich wurde der Besitz in der Familie aufgeteilt. Ein Teil davon verwaltet heute die Gräfliche von der Mühle-Eckart´sche Forstverwaltung im beschaulichen Leonberg bei Maxhütte-Haidhof.

Für einen Artenreichen Mischwald

Es war Graf Heinrich von der Mühle-Eckart, Gräfin Katharinas Vater, der vor 50 Jahren mit dem Waldumbau begann. Der Wald war nach dem Krieg geplündert und musste vielerorts wieder aufgeforstet werden. Die Nachfrage für die eigene Gattersäge zeigte, dass es Bedarf an Laubhölzern gab, die in der Region nirgends zu finden waren. So entschloss sich Graf Heinrich als erster in der Region, den ererbten Kiefern-Fichten- Bestand in einen Mischwald aus Nadel- und Laubhölzern- umzubauen. Bei seinen Überlegungen spielte das wirtschaftliche Kalkül eine entscheidende Rolle. Für den Waldumbau wurde die Wirtschaftsweise von großflächiger Nutzung auf einzel- bis gruppenweise Eingriffe umgestellt. Samenbäume wurden systematisch umlichtet und die Naturverjüngung des Laubholzes gezielt gefördert.
Maximilian Baron von Wiedersperg, der den Betrieb 2005 von seinem Schwiegervater übernahm, versteht sich ebenfalls als Anwalt des Waldes und widmet sich zusammen mit seinem Forsttechniker Edward Freiherr von Hessberg ganz der Pflege des Waldbesitzes: „Der Wald ist unsere Haupteinnahmequelle. Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass die Quelle unter den sich ändernden klimatischen Bedingungen weiter sprudelt.“

Waldstrategie mit Weitblick

Für die Zukunft setzen die beiden Barone weiterhin auf naturnahe Forstwirtschaft. Damit sie bei der Gesamtfläche von 1 000 Hektar nichts aus dem Blick verlieren, arbeiten sie konsequent nach einem Flächenstrukturplan, der ihnen jeweils die nächsten Schritte vorgibt. Das Wegenetz von 32 Kilometern bildet die Grundlage der Waldwirtschaft und wird daher in tadellosem Zustand gehalten. Hauptanliegen ist es, den neu heranwachsenden Wald, in dem heute bereits 20 Prozent Laubholz stehen, gezielt weiter umzubauen. Die 24 Prozent Fichte wollen die Barone komplett ersetzen mit Lärche, Douglasie und weitere klimatolerantere Baumarten.
Ein passendes Jagdkonzept rundet ihre Waldstrategie ab. Einmal im Jahr gibt es eine große Saujagd, im Übrigen setzen sie auf Schwerpunktbejagung. Überall dort, wo in ihren vier Jagdzonen Naturverjüngung geschützt werden muss, sind sie zur Stelle. Im gräflichen Wald braucht es keine Zäune, hier finden Wald und Wild einen natürlichen Ausgleich. Das ist ihnen wichtig: „Die Tiere gehören einfach mit in den Wald“, sagt Gräfin Katharina, die selbst gerne zur Jagd geht. Waldpflege, so die gräfliche Erfahrung, ist nicht nur ein Kostenfaktor. Nachdem die strategischen Entscheidungen gefällt sind, werden die konkreten Maßnahmen wie das Wertasten, Fällen oder Rücken von ortskundigen Selbstwerbern und Unternehmern geleistet, die teils seit langem das Vertrauen der gräflichen Forstverwaltung genießen. „Ich pflege die Selbstwerber und die pflegen unseren Wald“, sagt Baron von Wiedersperg. Das hat sich bewährt. Der von der Mühle-Eckart‘sche Wald ist ein echtes Vorbild. Er zeigt eindrucksvoll, wie ein moderner Mischwald in dieser Region Bayerns aussehen und bewirtschaftet werden kann.

Links:

Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2009
Mehr Informationen und Inhalte auf der Seite der bayerischen Forstverwaltung.

Forstcast - Waldradio

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