Willibald Lankes - eine Kapazität in der Region

Wenn es um den Wald geht und forstliche Massnahmen mit Forstämtern, Kommunen und Betroffenen abzustimmen sind, kann man auf Willibald Lankes zählen. Er „geniesst ein hohes Ansehen im Kreise der Waldbesitzer“, sagt Forstdirektor Hans Mages. Dem kann Andreas Ascherl als Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung nur zustimmen: „Er ist eine Kapazität in der Region.“
  • Betrieb: 14 Hektar und Betreuung von gut 35 Hektar über Waldpflegeverträge
  • Baumarten:
    Altbestände: 75% Fichte, 10% Tanne, 13% Buche, 2% Edellaubholz
    Jungbestände: 50% Fichte, 15% Tanne, 25% Buche, 10% Edellaubholz und sonstige Laubhölzer
  • Amtsbereich: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Cham/Roding
  • Landkreis: Cham
  • Naturraum: Cham-Further Senke, Oberpfälzer Wald

Gründe für die Auszeichnung

Willibald Lankes setzt sich mit herausragendem Engagement und einem ausgeprägten Gemeinsinn für eine naturnahe Waldwirtschaft ein. Er fördert im besonderen Masse die Naturverjüngung, den Umbau nadelholzdominierter Wälder in Mischbestände und pflegt zielgerichtet junge Wälder.

Einer für Viele

Gschwand liegt im Gleißenberger Tal, nordwestlich von Furth im Wald. Das Tal ist Teil der Cham-Further Senke. Man nennt diese Gegend auch das „Bayerische Meran“, denn hier gibt es mehr Sonne als sonst wo im Bayerischen Wald.
Willibald Lankes, Vollerwerbslandwirt, ist eine umtriebige Persönlichkeit. Für seine 70 Milchkühe hat er gerade einen neuen, modernen Stall gebaut, um den Tieren mehr Auslauf zu gönnen. 60 Prozent seiner 75 Hektar Landwirtschaftsfläche nutzt er zum Heu machen, der Rest sind Ackerflächen. Außerdem kümmert er sich um 14 Hektar eigenen Wald sowie als Waldwart um gut 35 Hektar von sieben Waldbesitzern, die mit der Waldbesitzervereinigung Cham-Roding Waldpflegeverträge abgeschlossen haben.
In der Region hilft nur Zusammenarbeit weiter. Fast 80 Prozent des Waldes sind in privater Hand und durchschnittlich nur 3 bis 4 Hektar groß, meist zersplittert in mehrere Parzellen. Viele der Waldbesitzer leben oft weit entfernt in der Stadt und können sich um ihren Wald selten selber kümmern. Da kommt der heimatverbundene Lankes mit seinem großen Interesse an einer nachhaltigen Waldwirtschaft gerade recht. Wann immer Not am Mann ist, ist er zur Stelle.

Werbung für einen gesunden Wald

Spätestens seit den 1990er Stürmen Vivian und Wiebke war klar, dass die von Fichtenreinbeständen dominierten Wirtschaftswälder der Region keine Zukunft haben. Willibald Lankes setzt alles daran, dass in seinem Einzugsbereich stabile und leistungsfähige Wälder entstehen. Gezielt fördert er gemischte Waldbestände. Zwar galt die Buche jahrzehntelang als „Glump“, mit dem nichts Vernünftiges anzufangen ist. Aber Lankes kann überzeugen. Er geht auf die Waldbesitzer aktiv zu, um sie zu einer sachgerechten Bewirtschaftung ihrer Waldflächen zu bewegen. Manchmal braucht das Ausdauer. Aber er lässt nicht locker.
Mit großer Voraussicht pflegt und durchforstet er die Wälder. Wo er das Sagen hat, gibt es keinen Kahlschlag mehr. Gezäunt wird nicht. Es ist nicht nötig. Es gibt hier Reh- und Schwarzwild. Und sporadisch wandert aus Tschechien Rotwild ein. Vereinzelt sieht man Verbiss- oder Fegespuren, vor allem an der Tanne, nachhaltig ist der Schaden aber nirgends. Dank Lankes‘ Engagement im Jagdvorstand halten sich die ortsansässigen Jäger an die im Waldgesetz für Bayern verankerte Regel „Wald vor Wild“.

Waldwirtschaft mit Weitblick

Lankes schaut genau, welche Bäume er fällt und welche stehen bleiben. Wichtig ist ihm, dass die richtigen Samenbäume oder jene, von denen noch eine gute Wertsteigerung zu erwarten ist, ausreichend Raum erhalten und dass die natürliche Tannenaussaat gute Wachstumschancen hat. Die Buche gedeiht inzwischen so gut, dass ihr mancherorts sogar ein wenig Einhalt geboten werden muss. Auch Lärche, Ahorn, Eiche oder Wildkirsche werten die Bestände auf. Auf Anpflanzungen verzichtet Lankes ganz, er vertraut auf die natürliche Verjüngung. Fundierte Kenntnisse helfen ihm dabei ebenso wie seine rund zwanzigjährige Erfahrung.
Das alles macht natürlich eine Menge Arbeit, bringt aber auch eine höhere Wertschöpfung. Den Wertholzanteil zu steigern, ist das eine, das andere die kluge Vermarktung. Die WBV Cham-Roding ist stetig um einen optimalen Mix von Brennholz, Hackschnitzel, Papier-, Schnittund Schreinerholz bemüht. Dafür braucht es ein gutes Gefühl für die Entwicklungen am Markt. „Das ist wie an der Börse“ – in Lankes verbinden sich Unternehmergeist mit ausgeprägter Waldgesinnung und Gemeinsinn.

Links:

Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2009
Mehr Informationen und Inhalte auf der Seite der bayerischen Forstverwaltung.

Forstcast - Waldradio

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