Familie von Wadenfels - Nachhaltige Wertschöpfung bei optimaler Bestandessicherheit
So wie Maximilian von Waldenfels von Jugend an in die Waldwirtschaft hineingewachsen ist, so arbeitet auch heute die ganze Familie zusammen, um ihren Waldbesitz zu pflegen. Die Kinder asten die Bäume, und alle sind dabei, wenn Arten gepflanzt werden, die sich noch nicht auf natürliche Weise vermehren.
- Betrieb: 350 Hektar
- Baumarten:
Altbestände: 45% Kiefer, 40% Fichte, 10% Lärche, 2% Buche, 3% sonstiges Laubholz
Jungbestände: circa 30% Laubholz, 70% Nadelholz
- Amtsbereich: Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg
- Landkreis: Wunsiedel im Fichtelgebirge
- Naturraum: Fichtelgebirge, Selb-Wunsiedler Bucht
Gründe für die Auszeichnung
Familie von Waldenfels fördert konsequent Mischbaumarten. Die Naturverjüngung aller vorhandenen Baumarten und maßvolle Eingriffe ließen stabile, produktive und zukunftssichere Waldbestände entstehen. Sie berücksichtigen bei der Waldwirtschaft auch Aspekte wie Landschaftsbild und Naturschutz und setzen innovative Jagdmethoden ein.
Gegenwart und Tradition
Auf Schloss Röthenbach nahe Arzberg im Sechsämterland zwischen Fichtelgebirge und Eger, dem heutigen Cheb, lebt seit Generationen die Familie von Waldenfels. Die Geschichte des Schlosses reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Maximilian von Waldenfels, hauptberuflich Mitglied der Geschäftsleitung eines mittelständischen Unternehmens, verwaltet heute den Familienbesitz. 260 Hektar Wald waren es einmal, 90 Hektar wurden jüngst zugekauft. 30 Hektar landwirtschaftliche Fläche sind verpachtet.
Mit ökonomischen Kalkül
Soviel Freude die Familie an der Waldarbeit auch hat, geht es doch auch um harte Fakten, gemäß der Betriebsphilosophie: Input minimieren, Output maximieren. Aufgabe ist es, Kosten zu senken, das heißt, Verluste aufgrund von Sturm-, Käfer- oder Wildschäden zu vermeiden sowie den Aufwand etwa für Pflanzungen zu verringern. Zum dritten gilt es, Wert und Ertrag der Bestände zu erhöhen. Dazu werden zum Beispiel mit jedem Hieb bis zu zehn verschiedene Sortimente an Arten und Qualitäten zur Vermarktung von der WBV Sechsämterland zusammengestellt. Die ganz wertvollen Stämme kommen einzeln zur Versteigerung. Ansonsten gilt die Regel: „Es wird nur einmal durchforstet, nämlich ständig“, so Förster Blumenthaler, ein engagierter und kundiger Berater. Auch andere gute Freunde der Familie bringen sich mit ihren Ideen für eine langfristige Entwicklung des Waldes ein.
Wert wächst
Schon der Großvater hatte experimentierfreudig seltene Arten gefördert. Deshalb finden sich überall prächtige alte Lärchen, aber auch Baumarten, denen derzeit eher geringer Wert beigemessen wird, wie Aspen, Weiden oder Birken. Diese Tradition setzt von Waldenfels fort. Wer kann sich schon der Nachfrage von Morgen sicher sein? Außerdem verbessert Laubholz die Bodenqualität.
Um nadelholzlastige Bestände überwiegend einheitlichen Alters in stabile Mischbestände umzubauen wird in den Waldenfelsschen Wäldern, angepasst an die Bodenverhältnisse, der Anteil von Kirsche, Ahorn, Buche, Esche und Tanne stetig gesteigert. Aber auch Lärche Kiefer, Fichte und Douglasie wachsen in den künftigen Mischbeständen. Damit die Profis, drei Landwirte mit Harvester und Rückezug, die Holzernte vernünftig durchführen können, gibt es heute ein gepflegtes System von Forstwegen und Rückegassen.
Grundlage des Erfolges ist aber ein gutes Gefühl für das rechte Maß und eine Menge Wissen bei der Auswahl der Bäume, die beizeiten weichen müssen, damit Licht in den Wald kommt und diejenigen Bäume, die einmal einen möglichst hohen Wertholzanteil garantieren sollen, angemessen Platz bekommen. Eines Tages soll sich der ganze Wald mit natürlicher Verjüngung reproduzieren. Deshalb wird umsichtig außerdem darauf geachtet, dass genau dort, wo sie gebraucht werden, die nötigen Samenbäume heranwachsen.
Die Familie von Waldenfels ist entschlossen zu Werke gegangen, ihr Ziel erfolgreicher naturnaher Waldwirtschaft auch gegenüber den Vorstellungen der Jäger durchzusetzen. Sie haben die Jagd in die eigenen Hände genommen und in ihren Methoden modernisiert. Besonders die Drückjagden stießen anfangs auf Unbehagen. Mittlerweile sind diese gemeinsamen Jagden aber auch ein gesellschaftliches Ereignis geworden, ein Fest für alle Beteiligten. – Der Wald beweist es: Freude am Engagement, der Genuss wirtschaftlichen Erfolgs und ein klarer Blick in die Zukunft sind die Garanten nachhaltiger Wertentwicklung.
Links:
Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2009
Mehr Informationen und Inhalte auf der Seite der bayerischen Forstverwaltung.

