Stadtforstverwaltung Augsburg - Eine riesige Aufgabe

Gute Leute muss man haben. Der leitende Forstdirektor Hartmut Dauner hat ein Team kompetenter Revierleiter um sich, die mit großer Leidenschaft aus dem Augsburger Stadtwald das Beste machen. Unter ihrer gemeinsamen Regie werden die Reviere des Waldes immer abwechslungsreicher.

  • Betrieb: rund 7500 Hektar
  • Wald ohne Auwald:
    Altbestände: 62% Fichte, 4% Kiefer, 6% Lärche, 2% Tanne, 2% Douglasie, 15% Buche, 3% Eiche, 3% Edellaubholz, 3% sonstiges Laubholz
    Jungbestände: 43% Fichte, 2% Tanne, 2% Douglasie, 1% Kiefer, 1% Lärche, 22% Buche, 5% Eiche, 12% Edellaubholz, 12% sonstiges Laubholz
  • Amtsbereich: 9 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, zum Beispiel Augsburg, Fürstenfeldbruck, Tirschenreuth
  • Landkreis: 9 Landkreise, zum Beispiel Augsburg, Aichach Friedberg, Tirschenreuth
  • Naturraum: 5 Naturräume, zum Beispiel Mittelschwäbisches Schotterriedel- und Hügelland, Oberbayerisches Tertiärhügelland, Steinwald

Die Stadt Augsburg pflegt die Tradition einer nachhaltigen standortgemäßen Waldwirtschaft auf hohem Niveau. Sie bildet intensiv im Bereich Forsten aus und besitzt einen gut ausgebildeten Facharbeiterstamm. Darüber hinaus leistet sie eine anspruchsvolle Öffentlichkeitsarbeit und eine intensive Zusammenarbeit mit Naturschutz und Landschaftspflegeverband.

Vielfältige Anforderungen

Im Jahre 1602 erwarb die Stadt ihren ersten Wald. Seither wurde stetig zugekauft. Besonders bedeutend war 1942 die Übernahme des umfangreichen Waldbesitzes von vier wohltätigen Stiftungen. Heute ist die Stadt Augsburg mit einer Gesamtfläche von rund 7500 Hektar der größte kommunale Waldbesitzer Bayerns. Die Wälder liegen teils in unmittelbarer Stadtnähe, teils im weiteren Umland. Seit 1936 gehören der Stadt auch in der nördlichen Oberpfalz 850 Hektar Wald.

Die Wälder stellen die Augsburger Forstverwaltung vor unterschiedliche Aufgaben. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen sind noch ganz andere Belange zu berücksichtigen. Die Auwälder an Lech und Wertach stehen unter speziellem Naturschutz. Der Wasserschutz spielt eine herausragende Rolle. Zudem sind die Auwälder für die Augsburger ein unverzichtbares Naherholungsgebiet. Mit Walderlebnisparks, Waldinformationspfaden, einem eigenen Forstmuseum, Führungen, der Stadtwaldzeitung „Ast“ und weiterer reger Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel im Internet, trägt die städtische Forstverwaltung dazu bei, dass die Bürger ein tieferes Verständnis für die Reichtümer des Waldes gewinnen und noch mehr Freude an ihrem gemeinsamen Eigentum haben.

Hartmut Dauner und seinen Mitarbeitern ist es wichtig, die Interessen aller Beteiligten, vom Stadtrat über die städtischen Wasserwerke, die staatlichen Forstbehörden und die benachbarten Waldbesitzer bis zu den Naturschützern, in einen vernünftigen Einklang zu bringen. So ist es auch ohne nennenswerte Konflikte gelungen, für die Jagdreviere des Stadtwaldes eine gute Lösung im Sinne von „Wald vor Wild“ zu finden.

Für einen standortgerechten Mischwald

Die Stadt Augsburg hat über die Jahre bereits viel für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Waldwirtschaft getan. Weit und breit bildet niemand so intensiv im Forstbereich aus. Neben 17 Angestellten sind 26 Waldarbeiter in den Forsten beschäftigt. Permanente Weiterbildung sorgt für einen hohen Qualitätsstandard. Die Reviere sind mit LKW-befahrbaren Wegen voll erschlossen. Ein betriebseigener Wegebauzug sorgt dafür, dass sie in bestem Zustand bleiben. Der Umbau der von Fichten dominierten Altbestände in abwechslungsreiche Mischbestände ist durchgreifend in Gang gekommen. In allen Revieren führt die flächige Naturverjüngung zu einem lebendigen Eindruck fruchtbaren Wachstums.

In der ersten Altersklasse wachsen im Auwald bereits 84 Prozent Laubholz nach. In den Landwaldgebieten sind es immerhin 51 Prozent. Allein die Tanne, die noch künstlich eingebracht werden muss, und manchmal die Buche bedürfen für die erste Aufwachsphase des Schutzes von Zäunen. Die Einschläge zielen gleichfalls auf einen sich natürlich verjüngenden Mischwald ab, in dem sich alle Altersklassen finden. Markante Altbäume werden erhalten und besonders gepflegt. Bereits jetzt wird in den Laubholzjungbeständen darauf geachtet, dass pro Hektar mindestens 80 ‚Zukunftsstämme‘ heranwachsen. Das mehrt den Bestand an qualitativ hochwertigen Hölzern und sichert für die nächsten Generationen eine standortgemäße Naturverjüngung.

Ein exotische Erbe

Einen besonderen Schatz hat der Augsburger Stadtwald an seinem „Exotenwald“ nahe der Gemeinde Diedorf. 1890 hatte der damalige Oberforstrat Franz Ganghofer, ein Onkel des Schriftstellers Ludwig Ganghofer, begonnen, hier aus aller Welt importierte Baumarten anzupflanzen. Er wollte wissen, was alles auf heimischem Boden wachsen kann. Über hundertjährige Mammutbäume, spektakuläre Tannenarten, Zypressen, Lärchen und anderes mehr, ergeben ein phantastisches Waldbild. Die Exoten sind ein überregional bedeutender Exkursionspunkt. Dieser Tradition treu experimentieren Hartmut Dauner und seine Mitarbeiter auch mit fremdartigen Gewächsen, um zu testen, wo sich der Wald mit heute noch exotisch anmutenden Baumarten sinnvoll ergänzen ließe.

Links:

Staatspreis für vorbildliche Waldbewirtschaftung 2009
Mehr Informationen und Inhalte auf der Seite der bayerischen Forstverwaltung.

 

Forstcast - Waldradio

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